Kassel Huskies (KEBG Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft mbH)

Kasseler Eishockey-Traditionsverein erspielt in der Insolvenz den Aufstieg in die zweite Bundesliga und schafft so die Basis für einen Neustart.

Zur Insolvenz führten der Rückzug von Sponsoren, ein Zuschauerrückgang und hohe Kosten für die Eishalle.

Insolvenzverwalter

Jutta Rüdlin

BRRS Standort

Melsungen

Amtsgericht

Kassel

Verfahren

Regelinsolvenzverfahren

Key Facts

Profisport, Kasseler Eissporthalle Betriebsgesellschaft GmbH

Ergebnis

Quote: 10%

Zeitraum

Start: 2014

Ausgangssituation

Ein Aufstieg kann zum Abstieg führen. Das gilt vor allem für den Profisportbereich. So auch bei den Kassel Huskies. Die Amateure waren in die Oberliga aufgestiegen, woraufhin die Betreibergesellschaft Profi-Spieler einstellte. Ein schlechter Saisonstart und teure Spielereinkäufe führten zu einem sechsstelligen Verlust, der in der Folgezeit nicht ausgeglichen werden konnte. Der Geschäftsführer bemühte sich um ein Gesellschafterdarlehen, um hierüber die gestiegenen Energie- und Mietkosten sowie die aufgelaufenen Verluste auszugleichen. Die Verhandlungen mit der Gesellschafterin verliefen jedoch schleppend und letztlich erfolglos. In dieser schwierigen Situation sah sich der Geschäftsführer gezwungen, den bestehenden Mietvertrag über die Eishalle zu kündigen, um so den Druck auf die Vermieterin, mit der seit längerem Differenzen bestanden, zu erhöhen und einen neuen Mietvertrag auszuhandeln – ohne Erfolg. Ohne Mietvertrag für die Eishalle bekam die Betreibergesellschaft aber auch keine neuen Sponsorengelder – ein Teufelskreis, der nach mehreren Pfändungen von Seiten der Sozialversicherungsträger und des Finanzamts im Februar 2014 schließlich zum Insolvenzantrag führte.

Das Insolvenzverfahren

Nach Eingang des Insolvenzantrages bestellte das Insolvenzgericht Rechtsanwältin Jutta Rüdlin zunächst zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Mit ihrer Zustimmung wurde der Geschäftsbetrieb im vorläufigen Verfahren uneingeschränkt fortgeführt. So konnte der laufende Spielbetrieb sichergestellt werden. Die Kassel Huskies sicherten im letzten Spiel der Oberligen-Endrunde die Teilnahme an der Qualifikationsrunde zur DEL2. Dadurch entstand Einkommenspotenzial aus fünf weiteren Heimspielen. Auf Basis einer von ihr und ihrem Team erstellten Ertrags- und Liquiditätsplanung führte die vorläufige Insolvenzverwalterin Jutta Rüdlin umfangreiche Verhandlungen mit den Vertragspartnern. Am Ende der Qualifikationsrunde konnte so ein Überschuss im niedrigen sechsstelligen Bereich erzielt werden. Gleichzeitig führten die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und das erhebliche öffentliche Interesse an dem Schicksal des traditionsreichen Eishockeysports in Kassel zu positiver Aufmerksamkeit und Unterstützung.

Unter diesen Rahmenbedingungen konnten die Huskies den sportlichen Aufstieg in die DEL 2 realisieren. Der Aufstieg war Voraussetzung dafür, dass der Spielbetrieb zur neuen Saison durch eine neue Betreibergesellschaft aufgenommen wurde.

Das Ergebnis

Neue Betreibergesellschaft nimmt Spielbetrieb zur Saison 2014/2015 nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens auf. Die Kassel Huskies spielen bis heute mit einer aktiven Profimannschaft in der DEL.
Quote: 10%

Berichterstattung

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